"Wir bluten nicht fr die Fehler des Managements"

Atos Tarifrunde geht in eine entscheidende Phase

(20.05.2019) Die Beschftigten sollen die Kosten fr den Umbau bei Atos zahlen - mit Arbeitsplatzabbau und Entgeltverzicht. Die Belegschaft organisiert den Protest gegen die Plne des Arbeitgebers.

Etappenziel erreicht: Am 1. Mai in die Tagesschau kommen. Das hatten sich die Kolleginnen und Kollegen von Atos vorgenommen. Im Demonstrationszug der IG Metall dominieren die blau-weien Atos Schilder. Sie sind auch in der Tagesschau deutlich zu erkennen.

Aber die Belegschaft von Atos/Unify steht vor einem langen und steinigen Weg. Der Konzern soll umgebaut werden. 1600 Arbeitspltze sollen wegfallen, die verbleibenden werden sich ndern. Kaum ein Stein wird auf dem anderen bleiben. Transformation ist das Stichwort und die Geschftsfhrung stellt sich vor, dass die Belegschaft diesen Umbau zu einem erheblichen Teil bezahlt. "Gift-" oder "Blutliste" nennen die Kolleginnen und Kollegen die Forderungen der Arbeitgeberseite. Schaut man sie genauer an und rechnet die Forderungen hoch, reden wir von etwa zehn Prozent Entgeltverzicht fr jeden Beschftigten.

Aktion der Beschftigten von Atos in Hamburg gegen die Plne des Unternehmens. (Foto: Jrn Bruns)

Zehn Prozent Rendite, das will die Geschftsfhrung schon 2021 wieder erreichen. Ohne die Beteiligung der Beschftigten unmglich, denn Rcklagen scheint das Management nicht gemacht zu haben.

"Wir bluten nicht fr die Fehler des Managements in der Vergangenheit und zahlen auch nicht fr eine Profitmaximierung", so Lars Dinse, Leiter der Vertrauensleute bei Atos in Hamburg. Ein Kollege ergnzt: "Und wir geben unser Geld erst recht nicht Managern in die Hand, die damit offensichtlich nicht umgehen knnen."

Stellen abbauen und Rendite erhhen - das machen die Beschftigten nicht mit.(Foto: Jrn Bruns)

Auch am 6. Mai zogen die Kolleginnen und Kollegen nach ihrer Betriebsversammlung wieder laut und bunt zur Mundsburg zurck. "Wir machen das so lange bis sie begreifen, dass wir es wirklich ernst meinen!", so der gemeinsame Tenor.

Am 29. Mai sollen die Verhandlungen weitergehen. Wir werden nicht lockerlassen.



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